In diesem Jahr tagen die Benediktinerinnen und Benediktiner der Kongregation im Kloster Disentis, wie alle drei Jahre gemeinsam.
Pater Bruno Rieder berichtet von der Zusammenkunft:
«26 Benediktiner und Benediktinerinnen trafen sich vom 26. bis 28. Mai im Kloster Disentis zum Kapitel der Schweizer Benediktinerkongregation und der beiden Benediktinerinnenföderationen. Pässe verbinden – Täler, Sprachen, Kulturen. Der Ausflug und das Abendessen am zweiten Tag im Hospiz auf dem Lukmanierpass standen deshalb symbolisch für das Leitmotiv der Zusammenkunft: Gemeinschaft pflegen, Netzwerke stärken.
Nach drei Jahren tagten die Männer- und Frauenklöster wieder einmal zusammen. Jedes Kloster entsendet den Vorsteher bzw. die Vorsteherin und eine(n) gewählten Delegierte(n) ans Kapitel. Da besonders die Frauengemeinschaften oft nur noch wenige Mitglieder zählen, entsandten diese teilweise nur eine Vertreterin. Die geringer werdende Zahl kann zu Zusammenschlüssen führen. Äbtissin Rut-Maria Buschor – seit kurzem neue Vorsteherin der Nonnenföderation – vertrat alle drei Gemeinschaften im Benediktinischen Zentrum Sarnen. Die beiden Klöster Seedorf (UR) und Glattburg (Oberbüren SG) wagen sogar einen gemeinsamen Neuaufbruch. Am 17. Juli ziehen die Nonnen aus der Ostschweiz an den Vierwaldstättersee.
Auch des weltweite benediktinische Netzwerk war Thema des Kapitels, nämlich als Vorschau auf das Jubiläum 2029: 1500 Jahre seit der Gründung der Abtei Montecassino durch den heiligen Benedikt. Im Hinblick auf dieses Gedenken hat der Schweizer Regisseur Luke Gasser im Auftrag der Foundation Benedikt einen Film über den Ordensstifter gedreht: «Wer die guten Tage will – Benedikt von Nursia». Die Vorbereitung des Benediktinerordens auf das Jubiläum folgt den Lebensstationen des Gründers und verbindet jeden Ort mit einem Leitwort seiner Regel: Norcia – erwachen; Rom – zuhören; Subiaco – wachsen; Montecassino – aufblühen. Je nach ihren Kräften werden die einzelnen Klöster Angebote in Zusammenhang mit dem Jubiläum machen.
Auf dem Weg zum Lukmanier besichtigten die Kapitularen und Kapitularinnen das renovierte Pilgerhospiz und die dazugehörige Kapelle S. Gagl im Besitz des Klosters. Die Kapelle aus dem 11. Jahrhundert ist das älteste Gotteshaus in der Val Medel. Die gesamte Chorwand ziert ein Fresko circa aus dem Jahr 1350, aus der Hand eines unbekannten italienischen Künstlers. Es zeigt das Letzte Abendmahl Jesu und rechts einen Bischof sowie die heilige Margareta.»
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