Von der Entstehung des Kontakts und der Reise berichtet Pater Bruno Rieder:
Als die Disentiser Mönche ab 1998 die Jugendvigil anboten, war Schwester Scholastica Oppliger aus dem Kloster Baldegg eine regelmässige Besucherin. Im vergangenen Herbst verbrachte sie erstmals eine Ferienwoche im Kloster Disentis.
Inzwischen war sie zu den kontemplativen Franziskanerinnen im Muotathal übergetreten und ist dort seit 2010 Oberin. Am Ende ihres Ferienaufenthalts lud sie das Disentiser Noviziat zum Jugendtreff «Wellness mit Gott» ein, um diesen Gebetsabend zu gestalten. Also machten sich Novizenmeister Pater Bruno Rieder, Pater Murezi Casanova, Bruder Nicola Brändle, Bruder Joshua Kolz und Bruder Gerold Schefer am 30. Januar, am Vorabend des Festes des heiligen Johannes Bosco, des Patrons der Jugend, auf den Weg.
Die Klosterkirche im St. Josefskloster war sehr gut gefüllt mit Schülerinnen und Schülern der Oberstufe Muotathal und weiteren jungen Menschen. Pater Bruno eröffnete den Abend mit einem Impuls zum Thema «Weil du in meinen Augen wertvoll und kostbar bist. (Jes 43,4) Würde und Wert des Menschen». Ihm folgten die beiden Novizen Bruder Nicola und Bruder Joshua, die Zeugnis gaben über ihren Berufungsweg. Zu Pater Murezi kamen viele Jugendliche und liessen sich von ihm während der eucharistischen Anbetung segnen. Eine Band begleitete musikalisch den Abend, der in einem gemeinsamen «Chill-Out» in der Gaststube endete.
In dieser Gaststube hatte 1799 der russische General Alexander Wassiljewitsch Suworow Verhandlungen geführt, bevor er mit seinen Truppen über den Pragelpass nach Glarus entkam. Schwester Scholastica zeigte auch das Zimmer, in dem er übernachtet hatte und das vor einigen Jahren vom höchsten russischen Heerführer unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen besichtigt worden war.
Wichtiger jedoch ist die Stiftungsurkunde des Klosters, die älteste erhaltene Urkunde in deutscher Sprache überhaupt. Sie ist von 1288, also drei Jahre älter als der Bundesbrief der Eidgenossenschaft.
Der erste Eintrag in der Klosterchronik, die den Disentiser Mönchen ebenfalls gezeigt wurde, stammt bereits von 1224, als Beginen und Begarden ein erstes Klösterchen errichteten. Ein so hohes Alter, gepaart mit unerschütterlicher Treue und Hoffnung bei den gegenwärtigen Franziskanerinnen, berechtigte die Disentiser Besucher, auch dem Muotathaler Kloster eine fruchtbare Zukunft mit neuen Schwestern zu wünschen.
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